DGVN - Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen / Landesverband Hessen

| 15.08.2015

Call for Papers: "Religiöse Freiheit"

Call for Papers (pdf, 160k)

Die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) – Landesverband Hessen e.V. ruft Interessierte auf, für die nächste Ausgabe der Frankfurter UNO-Papiere bis zum 5. Oktober 2015 einen Beitrag zum Themenschwerpunkt „religiöse Freiheit“ einzureichen.

Religiöse Freiheit wird aktuell wieder vermehrt diskutiert, beruht jedoch auf einem Diskurs, der nicht erst in unserem Jahrhundert für Konflikte sorgte. Bereits in vergangenen Epochen sind verheerende Kriege im Namen der Religion ausgebrochen, wie beispielsweise in Europa die Hugenottenkriege. Doch der Diskurs um religiöse Freiheit kann nicht nur anhand historischer Ereignisse betrachtet werden, sondern bezieht sich ebenfalls auf Aushandlungen alltäglicher Handlungen und Gebräuche. Dies wird in der Gesellschaft oft erst dann sichtbar, wenn man als Person selbst betroffen ist oder wenn eine der Aushandlungen durch ihre Brisanz in der Presse oder vor Gericht verhandelt wird (z.B. EGMR Application no. 30814/06, Klage Lautsi u.a. vs. Italien bezüglich Kreuze im Klassenraum welche laut Anklage das Recht auf Bildung einschränken).

Auch internationale Gesetzestexte und Konventionen bemühen sich um eine Regelung der religiösen Freiheit, wie Beispielsweise der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte (IPbpR, „Zivilpakt“) in Artikel 18. Bekanntermaßen sind jedoch gerade Artikel und Gesetze abhängig von ihrer Auslegung, die juristischer Prüfungen oder innerhalb der Vereinten Nationen durch General Comments des jeweiligen Ausschusses einer Klärung unterzogen werden. Die Strittigkeit der religiösen Freiheit lässt sich somit nicht nur anhand von gesellschaftlichem Geschehen oder historischer Ereignisse feststellen, sondern kann auch als Facette eines Aushandlungsprozesses gesehen werden, in welchem der religiösen Freiheit andere, vermeintliche konträre Rechte wie die Meinungsfreiheit gegenüber gestellt werden.

Diesbezüglich wünschen wir uns für den Themenschwerpunkt „religiöse Freiheit“ wissenschaftlich fundierte Beiträge, welche den Themenschwerpunkt aus einem entsprechenden Fachbereich wie z.B. der Rechts-, Sozial- oder Religionswissenschaften kritisch betrachten und auf eine spezifische Fragestellung hin untersuchen.

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

Die Redaktion

und der Vorstand des Landesverbandes.